Studienanfang

Studienanfang

Der Studienbeginn stellt einen entscheidenden Wendepunkt im Leben dar. In den meisten Fällen ändert sich das Leben völlig - das Studium wird in einer anderen Stadt aufgenommen, der bisherige Lebenskreis muss aufgegeben werden, der Massenbetrieb an den meisten Universitäten ist ernüchternd, der erste Blick in die Pflichtlektüre oder die ersten Vorlesungen wecken Zweifel und Selbstzweifel. Ist dieser Studiengang wirklich der richtige? Werde ich den Anforderungen des Studiums gewachsen sein? Und was kommt nach dem Studium? Während andere Gleichaltrige schon gut dotierte Arbeitsplätze haben, bewegen sich die Studierenden meist auf finanziell dünnem Eis.
Eine Erkenntnis wird vielleicht nicht trösten, aber sie hilft, die persönlichen Probleme in die richtigen Verhältnisse zu rücken: Allen anderen geht es ebenso.
Die Schwierigkeiten des Studienbeginns lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: die äußeren Bedingungen eines Universitätsstudium, die persönlichen Bedingungen des Studierenden und schließlich dessen seelische bzw. psychische Verfasstheit.
Die Universitätslandschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Aus der Humboldt´schen Bildungsanstalt wurde eine, auf die Bedürfnisse der Wirtschaft ausgerichtete, Ausbildungsinstitution. Der sogenannte Bologna-Prozess brachte eine Verschärfung schon bestehender Probleme: Leistungsdruck, Fragmentierung des Wissens, Verschuldung. An dieser Stelle treten die persönlichen Stärken der Studenten in den Mittelpunkt. Wer sich konzentrieren kann, über ausreichende finanzielle Mittel und eine Wohnsituation verfügt, in der er gut arbeiten kann, wird wenig Probleme haben. Studierende, die sich Geld dazuverdienen müssen und die zudem noch Konzentrations- und Motivationsprobleme haben, finden sich auf der Negativseite der Skala.
Zudem gilt, dass Studienanfänger meist jung sind. Sie gelten als junge Erwachsene, tatsächlich befinden sie sich noch mitten in einem Reifungsprozess, der mit dem Studium fortschreiten kann. Im schlimmsten Fall ergänzen sich persönliche Entwicklung und intellektuelle Ausbildung nicht, sondern behindern sich.
Eine der wesentlichen Hürden ist die Vereinsamung an den heutigen Massenuniversitäten. Konkret heißt das, dass der Studienanfänger, nachdem er sich erst einmal ein wenig in den Universitätsgebäuden auskennt, auch einen Bekanntenkreis braucht, in dem er sich wohlfühlt. Schon die Wahl der studentischen Unterkunft kann das Knüpfen von Kontakten erleichtern. Wer in einem Studentenheim oder einer Wohngemeinschaft unterkommt, hat mehr Menschen um sich, also mehr Kontaktmöglichkeiten. An den Universitäten bieten die Studentengemeinden, eine große Zahl verschiedener Gruppen oder auch die Sportangebote Gelegenheiten, mit anderen Studierenden Bekanntschaft zu machen. Die simpelste Möglichkeit dürfte allerdings noch immer sein, mit den Leuten aus der Vorlesung oder dem Seminar in die Caféteria zu gehen.
Auch die Fähigkeit, Kontakte zu knüpfen gehört zu den Dingen, die man an der Universität lernen kann und sollte.
Aber neue Bekanntschaften bedeuten auch die Begegnung mit neuen Ansichten, anderen Einstellungen. Die eigene Weltsicht kann dabei ins Wanken geraten, eine ausgewachsene Identitätskrise liegt dann teilweise nicht fern.
Allerdings liegt in jeder Krise auch eine Chance. Erst in der Auseinandersetzung mit anderen Sichtweisen wird die von den Eltern und der bisherigen Umwelt übernommene Lebens- und Grundeinstellung tatsächlich zur eigenen, ganz persönlichen Lebensphilosophie. Ein Ergebnis dieses Prozesses dürfte schon vorher klar sein: Die Erkenntnis, dass diese Welt nicht in simple Schwarz-Weiß-Kategorien einzuteilen ist. Die Graustufen des Kompromisses sind der Hintergrund, vor dem sich das Welttheater abspielt.

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Studienanfang

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