Sicherheit auf dem Campus

Sicherheit auf dem Campus

Wie alle anderen Bereiche des öffentlichen Lebens birgt auch das Universitätsleben Risiken. Vor allem weibliche Studierende nehmen mögliche Gefahren auf dem Campus verstärkt wahr. In den frühen Morgenstunden und am Abend lehren sich die Gebäude auf dem Campus und immer mehr Lichter werden ausgeschaltet. Die Professoren, Studierenden und Verwaltungsangestellten verlassen die Universität, und der Campus wird insbesondere von Frauen als Ort der Gefahr eingestuft.

Doch nicht nur die Tageszeit spielt bei einer gefühlten Bedrohung eine Rolle, sondern auch die Lage bestimmter Orte auf dem Campus. Einzelne Gebäude, Hörsäle und Bibliotheken sind stark frequentiert, sodass hier seltener ein Gefühl der mangelnden Sicherheit auftaucht. Ganz anders sieht es hingegen bei etwas abgelegeneren Laboren, botanischen Gärten, Parkplätzen oder Haltestellen am Campus aus. Auch Schleichwege oder Trampelpfade, die einen schneller von einem Gebäude zum nächsten bringen, werden häufig als bedrohlich wahrgenommen, da man hier meistens allein unterwegs ist.

Dieses häufig abstrakte Bedrohungsgefühl führt dazu, dass sich Studentinnen auf dem Campus nicht frei bewegen. Sie planen ihren Alltag an der Universität bewusst oder unbewusst so, dass besonders gefährlich erscheinende Situationen vermieden werden. Hierzu zählt zum Beispiel, dass Studentinnen Veranstaltungen, die erst abends enden, vermeiden. Hierzu können Vorlesungen und Seminare ebenso zählen wie Sport- oder Kulturveranstaltungen. Ein Teil des sozialen und wissenschaftlichen Lebens an der Universität bleibt ihnen damit verschlossen.

Diese potenziellen Bedrohungslagen werden hingegen von Männern nur selten wahrgenommen. Dies liegt zum einen daran, dass Frauen weitaus seltener gelernt haben, sich mündlich oder physisch zur Wehr zu setzen. Darüber hinaus spielt die Angst vor der geschlechtsspezifischen Gewalt in Form von Vergewaltigungen und Belästigungen eine große Rolle. Das hat zur Folge, dass dunkle und verlassene Orte möglichst gemieden werden. Frauen sollten sich aber klar machen, dass aus statistischer Sicht nichts dafür spricht, dass die Lage auf dem Campus weniger sicher ist als im sonstigen Alltagsleben.

Aber nicht nur im universitären Alltag schränken Sicherheitsbedenken die Entfaltungsmöglichkeiten von Frauen ein. Zur Finanzierung des Studiums müssen viele Studierende Nebenjobs annehmen. Dabei ist es häufig schon schwierig genug, Studium und Arbeit zeitlich miteinander zu vereinbaren. Für Frauen ergibt sich jedoch vielfach das zusätzliche Problem, dass für sie Abend- und Nachtjobs nicht in Frage kommen, weil sie sich auf dem Arbeitsweg nicht sicher fühlen würden. Entsprechend werden verstärkt Jobs zu normalen Tageszeiten angenommen, worunter wiederum der regelmäßige Besuch von Veranstaltungen an der Universität leidet.

Strategien für den Umgang mit der Angst auf dem Campus

Frauen sollten sich zunächst klarmachen, in welchen Situationen ihr Verhalten auf dem Campus von Angst bestimmt wird. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass sie sich im Studienalltag frei bewegen und auch bessere Leistungen erbringen können. Sobald sich Studentinnen ihres Verhaltens bewusst sind, können sie strategische Maßnahmen ergreifen, um sich sicher auf dem Campus bewegen zu können.

Eine Möglichkeit ist die Bildung von Fahrgemeinschaften. Den morgendlichen und abendlichen Weg mit Kommilitonen zu bestreiten, gibt einem schon mehr Sicherheit, denn Gemeinschaft macht stark. Außerdem lässt auch der psychische Stress nach, der allein bei dem Gedanken des Alleinseins auf dem Campus entsteht.

Gerade in den Abendstunden bietet sich auf dem Campus die beste Gelegenheit, um in Ruhe zu studieren. Die Bibliotheken und Computerräume leeren sich und man kann lange Wartezeiten vermeiden. Auch hier besteht die Möglichkeit, sich mit anderen Studierenden zu festen Zeiten zu verabreden, um die Räumlichkeiten gemeinsam aufzusuchen, zu nutzen und zu verlassen.

Doch wirklich sicher fühlt man sich nur, wenn man nicht ständig auf andere angewiesen ist. Der Erlernen von Verteidigungssportarten ist eine gute Möglichkeit, sich realen Bedrohungen zu stellen. Selbstverteidigung stärkt außerdem das Selbstbewusstsein, sodass man auch mit seinen abstrakten Bedrohungsgefühlen besser umgehen kann. Eine große Hilfe können auch Sprühdosen oder laute Trillerpfeifen sein. Hat man diese stets griffbereit, weiß man, dass man im Notfall über ein geeignetes Mittel verfügt, um sich in einer Gefahrenlage behaupten zu können.



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