Psychische Erkrankungen bei Studenten

Psychische Erkrankungen bei Studenten

Immer mehr Studierende benötigen psychotherapeutische Hilfe. Nach Angaben des Deutschen Studentenwerks DSW ist die Zahl der psychologischen Beratungen seit 2007 um etwa ein Viertel angestiegen. Die Ursachen sind dabei in den meisten Fällen direkt auf das universitäre Leben zurückzuführen.

Die psychologischen Probleme der Studierenden tauchen dabei sowohl zu Beginn des Studiums, in der Mitte des Studiums sowie kurz vor dem Examen auf. Nicht nur wichtige Prüfungen und Entscheidungen lösen dabei Ängste aus. Häufig ist es auch der Alltag an der Universität, der die Studierenden überfordert. Riesige Gebäudekomplexe mit schwer durchschaubarem Verwaltungsapparat, überfüllte Hörsäle voller unbekannter Gesichter und die Herausforderung, die Organisation des Studiums in die eigenen Hände zu nehmen sind nur einige der Gründe, die zu psychologischen Problemen führen können. Auch externe Faktoren, wie ungewisse Berufsaussichten und eine allgemeine Angst, das Studieren als neue Lebensphase nicht eigenständig bewältigen zu können, spielen dabei häufig eine wichtige Rolle. Hinzu kommt bei vielen Studierenden eine diffuse Angst vor dem Leben nach dem Studium.

Die Symptome der psychischen Erkrankungen sind breit gefächert: Es kann zu Magenproblemen, Essstorungen, Herz-Kreislauf-Problemen, Sprachstörungen, Allergien oder Atemproblemen kommen. Weit verbreitet sind außerdem Sinnesstörungen, Schlafstörungen, Nägelbeißen oder Suchtverhalten. Neben körperlichen Symptomen leiden die betroffenen Studierenden zudem häufig unter Stimmungsschwankungen, einem gestörten Selbstwertgefühl, depressiven Verstimmungen oder Psychosen.

Auch die allgemeine Leistungsfähigkeit kann infolge psychischer Probleme sinken. Die Konzentration lässt nach und das Lern- und Arbeitsverhalten ist durch eine allgemeine Plan- und Ziellosigkeit gekennzeichnet. Studierende fühlen sich mit den Anforderungen des Studiums überfordert und haben Angst, im Studium zu versagen. Auch im Umgang mit dem sozialen Umfeld machen sich die psychologischen Probleme bemerkbar. Studierende ziehen sich zurück, haben Kontaktschwierigkeiten, Misstrauen ihrer Umwelt oder reagieren sogar aggressiv auf Situationen und Menschen.

Unterbewusste Ängste spiegeln sich häufig in körperlichen Reaktionen wider. Studierende sollten sich daher fragen, warum sie regelmäßig unter Bauchschmerzen leiden oder eine ständige Unruhe empfinden. Häufig dauert es eine Weile, sich der Ursachen seiner körperlichen Beschwerden bewusst zu werden. Entscheidend ist, dass Studierende ihr eigenes psychologisches Problem erkennen und den Mut aufbringen, etwas dagegen zu unternehmen. Und hier ist dringend der Gang zum Experten bzw. der Expertin zu empfehlen. Dies bedeutet für Studierende, dass sie sich zunächst an die psychotherapeutischen Beratungsstellen ihrer Universität wenden.

Die psychotherapeutischen Beratungsstellen stehen Studierenden während des gesamten Studiums bei der Bewältigung ihrer individuellen Probleme zur Seite. Studierende erhalten hier unter anderem Hilfe bei Prüfungsangst, Lernblockaden, Depressionen, Traumata oder sozialen Phobien. Ferner stehen die Beratungsstellen den Studierenden bei der Bewältigung von akuten Krisensituationen zur Seite.

Die Angebote sind dabei sehr weitreichend. Die Beratungsstellen unterstützen die Studierenden mittels einer individuellen Diagnostik bei der Klärung der Ursachen ihrer Probleme. Dabei werden in der Regel sowohl individuelle Beratungsstunden, Beratungsgespräche für Paare oder auch Gruppengespräche angeboten. Kurzfristige Therapien werden ebenso durchgeführt wie Coachings oder Workshops, die sich auf bestimmte Themen, wie etwa Lernschwierigkeiten oder Prüfungsangst, konzentrieren. Darüber hinaus organisieren die Beratungsstellen häufig Vorträge, die Studierenden dabei helfen, mit ihren Problemen umzugehen. Viele Beratungsstellen haben inzwischen auch eine Email-Beratung im Programm.



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