Lexikon Q

Qaidam-Becken, Tsaidam-Becken: Hochgebirgsbecken mit Binnenentwässerung in Zentralasien, im Nordwesten Chinas (Provinz Qinghai), zwischen Kunlun im Süden und Altun Shan im Norden; etwa 200000 km2. Das Qaidam-Becken senkt sich von 3000 m im Nordwesten auf 2600 m überm Meer im Südosten und wird im Inneren von Wüsten, Wüstensteppen und Trockensteppen bedeckt, die besonders im östlichen Teil von zahlreichen Salzseen und -sümpfen durchsetzt werden. Reich an Bodenschätzen, besonders Erdöl, Kohle, Eisen- und Buntmetallerze.

Qamdo, Chengdu: Stadt im Osten des Autonomen Gebiets Tibet (China), am Lancang Jiang, 3800m überm Meer; über 20000 Einwohner; Produktion von Zement, Ziegeln, landwirtschaftliche Geräten und Kunstdünger; Lederverarbeitung.

Qanat: System zur Fassung von Grund- und Sickerwasser zur Bewässerung von Gärten und Feldern, vorwiegend im Vorderen Orient. Der Qanat besteht aus Stollen mit Luftschächten, wasserführenden Galerien und Sammelbecken.

Qasbegi, Aleksandre, 20.1.1848 bis 10.12.1893, georgischer Schriftsteller; gestaltete in Erzählungen und Romanen («Elgudsha», 1881; «Die Vatermörderin», 1882, deutsch; «Stammesführer Gotscha», 1884) das tragische Schicksal seiner Heimat Chewi, um gegen den Zerfall der alten Ordnung unter den Bedingungen des beginnenden Kapitalismus und der kolonialen Unterdrückung in ganz Georgien zu protestieren.

Qemali, Ismail, 25.2.1844-24.1.1919, albanischer Politiker; proklamierte am 28.11.1912 auf einem nationalen Kongress in Vlora die Unabhängigkeit Albaniens.

Q-Fieber, Kurzwort für Queensland-Fieber (nach dem australischen Bundesstaat), Balkangrippe-. durch bestimmte Rickettsien hervorgerufene und durch Staub, Tröpfcheninfektion sowie Zecken übertragene Infektionskrankheit; Kennzeichen sind hohes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Lungenentzündung.

Qianlong, 1711-1799, mandschurischer Kaiser (1736/95) der Qing-Dynastie in China; führte das Reich zur wirtschaftlichen und kulturellen Blüte und erweiterte es territorial erheblich.

Qi Baishi, 7.1.1863-16.9.1957, chinesischer Maler, Kalligraph, Siegelschneider, Dichter, widmete sich mit hoher Meisterschaft der Darstellung von Tieren (besonders Vögeln), Pflanzen und Früchten, Figuren, Landschaften. Folgte dem Stil der traditionellen chinesischen Malerei. Lehrte an der Kunstakademie Peking.

Qilian Shan: Hochgebirge im Nordwesten Chinas, an der Grenze zwischen den Provinzen Qinghai und Gansu; schließt das Hochland von Tibet im Nordosten ab; früher Nan Shan; über 1000 km lang, bis 400 km breit, höchste Erhebung 6346 m; vorwiegend aus paläozoischen Gesteinen, in die präkambrische Gneise und Schiefer eingelagert sind, aufgebaut; besteht aus mehreren Gebirgsketten (früher als Richthofen-, Humboldt-, Ritter-, Semjonow Gebirge bezeichnet), zwischen denen tiefe Talzüge verlaufen. Am Gebirgsfuß Wüsten (bis 3000 m über dem Meeresspiegel) und Wüstensteppen (bis 3 500 m über dem Meeresspiegel), darüber Gebirgssteppen und alpine Matten, im mittleren und östlichen Teil auch Nadelwälder; die höchsten Gebirgslagen sind vergletschert.

Qin-Dynastie: chinesisch Herrscherhaus 221/206 vor Christus, gegründet von Qin Shihuangdi, der China erstmals in einem bürokratischen Zentralstaat vereinigte; durch Bauernaufstände gestürzt.

Qingdao, Tsingtao: Stadt in China, an der Südküste der Halbinsel Shandong (Provinz Shandong); 1,2 Millionen Einwohner; Schiff-, Lokomotiv- und Waggonbau; Meersalzgewinnung; Überseehafen; TH, Universität; Seebad; Marinebasis.

Qing-Dynastie: mandschurischen Kaiserdynastie in China 1644/1911. besonders die Kaiser Kangxi und Qianlong schufen durch Expansionskriege ein mandschurisches Großreich. Der Sturz der Qing-Dynastie erfolgte 1911 in der bürgerlich-demokratischen Xinhai-Revolution.

Qinghai, Tschinghai: Provinz im Nordwesten von China; 721000 km2, 3,9 Millionen Einwohner (zum Teil nationale Minderheiten, wie Tibeter, Mongolen, Kasachen, Hui); 5 Einwohner/km2; Verwaltungszentrum Xining. Hochgebirgsland, das den Nordosten des Hochlandes von Tibet (Hochland von Qinghai über 4000 m über dem Meeresspiegel) mit eingelagerten breiten Becken (wie Qaidam und Qinghai Hu) und Quellgebieten des Huang He, Mekong und Chang Jiang umfasst und Anteil an den Gebirgssystemen des Kunlun und Qilian Shan hat. Große Gebiete sind abflusslos (Salzseen); bei wintertrockenem Kontinentalklima überwiegend Hochgebirgssteppen und -wüsten. Reiche Bodenschätze (Erdöl, Kohle, Eisenerz, Salze, Kupfer-, Golderz); Bergbau (Erdöl, besonders im Qaidam Becken), sonst nur gering entwickelte verarbeitende Industrie (LKW-Produktion, Verarbeitung tierischer und pflanzlicher Produkte); Anlagen zur Kernenergiegewinnung am Qinghai Hu; in den Flusstälern Anbau von Gerste, Hafer, Mais, Bataten; Wald nur auf 2 % der Fläche; Eisenbahnlinie von Xining bis Golmud (Qaidam Becken) fertiggestellt, bis Lhasa geplant.

Qinghai Hu, Kukunor (mongolisch, «blauer See»): abflussloser Salzsee in China, im Nordosten der Provinz Qinghai, in einem Becken des Hochlandes von Qinghai; 3205 m über dem Meeresspiegel, 4220 km2, 105 km lang, bis 65 km breit, mittlere Tiefe 25 m, größte Tiefe 37 m; Hauptzufluss ist der Buka He aus dem Qilian Shan.

Qin Ling: variszisch gefalteter Gebirgszug im mittleren China, östliche Fortsetzung des Kunlun; 1550 km lang, höchste Erhebung Taibai Shan mit 4113 m; aus Graniten, Schiefern, Kalken und Sandsteinen aufgebaut; bildet eine markante Klimascheide zwischen Nord- und Südchina sowie Wasserscheide zwischen Huang He und Chang Jiang; teilweise bewaldet, auf der Südseite sind immergrüne subtropische Laubwälder vorherrschend.

Qin Shihuangdi, chinesischer Kaiser 221/210 vor Christus, Begründer der Qin-Dynastie (221/206); vereinte China in einem bürokratischen Zentralstaat, vereinheitlichte Münzen, Maße, Gewichte und Wagenspurbreiten; begann den Bau der Großen Chinesischen Mauer.

Qiongzhou-Straße, Hainanstraße: Meeresstraße zwischen der Insel Hainan und der Halbinsel Leizhou (China); etwa 19 km breit und bis 108 m tief; verbindet das Südchinesische Meer mit dem Golf von Bacbo.

Qom, Ghom: Stadt im zentralen Teil Irans, südwestlich von Teheran; 250000 Einwohner; Baumwollverarbeitung, Teppichweberei, keramische und Nahrungsmittelindustrie; bei Qom Erdöl- und Erdgasfeld. Eines der beiden heiligen Zentren des schiitischen Islams (Fatima Heiligtum (Moschee mit vergoldeter Kuppel; 16. Jahrhundert.)).

Qomolangma, Tschomolungma (tibetisch, «Göttinmutter der Berge») Mount Everest: höchster Berg der Erde und höchstes Bergmassiv in der Hauptkette des zentralen Himalaja an der nepalesisch-chinesischen Grenze; 8848m; aus Gneis und kristallinen Schiefern, im Gipfelbereich aus Kalk und Dolomit aufgebaut; Schneegrenze bei 5 800 m über dem Meeresspiegel; stark vergletschert (4 bedeutende Gletscher, darunter der 19 km lange Rongbuk-Gletscher zwischen 6 700 und 5000 m Höhe an der Nordflanke). Erstbesteigung am 29. 5. 1953 durch den Nepalesen Tensing Norkey und den Neuseeländer E. P. Hillary (britische Expedition unter J. Hunt).

Quaden: westgermanischer Stamm; gehörte um die Mitte des 1. Jahrhundert vor Christus zum Stammesverband der Sueben, wanderte gegen Ende des 1. Jahrhundert vor Christus nach Mähren ab und gehörte dort zum Reich Marbods. Teile der Quaden zogen mit den Wandalen Anfang des 4. Jahrhundert nach Spanien, der Rest verblieb auf dem Gebiet der heutigen Slowakei.

Quader:

1. Architektur: massiver, allseitig bearbeiteter Baustein mit rechteckiger Grundfläche; man unterscheidet zwischen Quader mit roh bearbeiteter buckliger Sichtfläche (Bosse) und solchen, deren Ansichtsseite in Form eines pyramidal geschliffenen Diamanten gearbeitet ist (Diamantquader).

2. Geometrie: Parallelepiped.

Quadermauerwerk: Bauteil aus Natursteinen, die von Steinmetzen nach Zeichnung behauen und nach Steinliste versetzt werden.

Quadrant:

1. Astronomie: astronomische Instrumente.

2. Geometrie: jeder der 4 Teile, in die eine Ebene durch die 2 Achsen eines kartesischen Koordinatensystems zerlegt wird.

Quadrat: rechtwinkliges ebenes Viereck mit 4 gleichlangen Seiten; ein spezielles Rechteck. Die Diagonalen eines Quadrats halbieren einander und schneiden sich unter einem rechten Winkel. Ist a die Seitenlänge eines Quadrats, so ist a2 sein Flächeninhalt.

Quadrat: a) Bezeichnung für die 2. Potenz einer Maßeinheit;

b) in Verbindung mit einer Maßeinheit der Länge Flächeneinheit.

quadratisch: (dat.) quadratförmig; vom 2.Grade, zum Beispiel ein Polynom.

quadratischer Rest: eine ganze Zahl a, für die es eine ganze Zahl x gibt, so dass die Kongruenz a = x2 (mod p) gilt; genauer gesagt heißt a quadratischer Rest modulo p. Gilt diese Kongruenz nicht, heißt a quadratischer Nichtrest (mod p). Das quadratische Reziprozitätsgesetz besagt folgendes: Es seien p und q ungerade Primzahlen. Ist eine dieser Primzahlen kongruent 1 (mod 4), so gilt: q ist quadratischer Rest von p genau dann, wenn p quadratischer Rest von q ist. Sind p, q beide kongruent 3 (mod 4), so gilt: q ist quadratischer Rest von p genau dann, wenn p Nichtrest von q ist. Dieses Gesetz spielte eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Zahlentheorie.

Quadratur:

1. Astronomie: Konstellation.

2. Mathematik: Berechnung des Flächeninhalts krummlinig begrenzter ebener Gebiete. Siehe auch Integration, numerische.

Quadratur des Kreises: aus dem Altertum stammende Aufgabe, zu einem beliebig vorgegebenen Kreis ein flächengleiches Quadrat zu konstruieren; mit Zirkel und Lineal allein unlösbar.

Quadratwurzel: die 2. Wurzel aus einer Zahl. Ist a eine nichtnegative reelle Zahl, so gibt es immer genau eine nichtnegative reelle Zahl b mit b2 = a. Diese eindeutig bestimmte Zahl b heißt Quadratwurzel aus a und wird mit b = Ja bezeichnet.

Quadratwurzelberechnung: numerisches Verfahren zur Berechnung von Näherungswerten der Quadratwurzel x = Ja einer positiven Zahl a. besonders vorteilhaft ist der sogenannt Heronsche Prozess, der für jeden Startwert x0 > 0 eine Folge liefert, die schnell gegen x = Ja konvergiert.

Quadriga: (lateinisch, «Viergespann») zweirädriger, nur durch eine Brustwehr vom abgeschlossener und von einem Wagenlenker geführter antiker Streit- und Rennwagen, den 4 nebeneinandergeschirrte Pferde ziehen; später besonders in Rom nur noch bei Wagenrennen und als Ehrenwagen bei Triumphzügen verwendet; als Siegessymbol auch auf Denkmälern künstlerisch dargestellt (Mausoleum in Halikarnassos); im Klassizismus Wiederaufnahme des Motivs als plastische Gruppe zur Bekrönung von Bauwerken (zum Beispiel Brandenburger Tor, Berlin).

Quadrille: Kontertanzform im Viereck zu 4 Personen oder 4 Paaren; seit dem 18. Jahrhundert als Volks- wie auch als Gesellschaftstanz in ganz Europa verbreitet.

Quadrizeps: vierköpfiger Muskel; liegt an der Vorderseite des Oberschenkels und streckt im Kniegelenk.

Quadrophonie, Quadrofonie, Vierkanalstereophonie: elektroakustisches Verfahren zur hochwertigen und besonders wirklichkeitsgetreuen Schallspeicherung, -Übertragung und -Wiedergabe mit 4 getrennten Übertragungskanälen zwischen Aufnahme- und Wiedergaberaum. Die Pseudo-Quadrophonie ist eine Zwischenstufe zwischen Quadrophonie und Stereophonie durch technische Aufbereitung stereophon. Signale.

Quai d'Orsay: Pariser Straße am linken Seineufer; auch Bezeichnung für das dort gelegene Außenministerium.

Quäker: (englisch, «Zitterer») ursprünglich (wegen ihrer Art, religiöse Ergriffenheit auszudrücken) Spottname der sich selbst Society of Friends (Gesellschaft der Freunde) nennenden Protestant. Gruppierung, die 1652 von G. Fox in England gegründet wurde und sich unter W. Penn 1682 in Nordamerika ausbreitete. Die Quäker lehnen beamtete Geistliche, Weihehandlungen, sakrale Räume und jegliche Dogmatik ab, auch Eid, Kriegsdienst und Rassismus. Sie entfalten eine rege soziale Hilfstätigkeit und arbeiten aktiv in der Friedensbewegung mit.

Qualifikation: Niveau beziehungsweise Grad der vorhandenen oder zu erwerbenden Befähigung (Kenntnisse, Fertigkeiten, Erfahrungen) für ein Tätigkeitsgebiet. Innerhalb eines Berufes beziehungsweise Arbeitsgebietes gibt es in der Regel mehrere Qualifikationsstufen analog der Kompliziertheitsgrade der Arbeit.

Qualifikationskampf: Wettkampf, der zum Beispiel in den technischen Disziplinen der Leichtathletik zum Nachweis des Limits und zur Begrenzung des Teilnehmerfeldes am Vorkampf dient.

Qualifizierungsvertrag: Vereinbarung zwischen Betrieb und Werktätigem über die Durchführung von Maßnahmen zur Aus- oder Weiterbildung. Ein Qualifizierungsvertrag ist für Qualifizierungsmaßnahmen notwendig, die nicht zur ständigen Weiterbildung im Rahmen der vereinbarten Arbeitsaufgabe gehören, insbesondere bei Ausbildung zum Facharbeiter oder Meister, Aufnahme eines Fern- oder Abendstudiums. Im Qualifizierungsvertrag sind das Qualifizierungsziel, Beginn und Ende der Qualifizierungsmaßnahme und die Art deren Durchführung zu vereinbaren. Zusätzliche Abreden können im Rahmen der Rechtsvorschriften getroffen werden.

Qualimetrie: Bewertung und Klassifizierung der Erzeugnisgüte, wobei die durch messtechnische Methoden und mathematisch-statistische Verfahren ermittelten Gebrauchseigenschaften der Erzeugnisse berücksichtigt werden.

Qualität: 1. allgemein Güte, (spezifische) Beschaffenheit einer Sache.

2. Philosophie: Qualität und Quantität.

3. Qualität, Erzeugnisqualität. Wirtschaft - Gesamtheit der Eigenschaften eines Erzeugnisses, die den Grad seiner Eignung zur Befriedigung eines konkreten gesellschaftlich anerkannten Bedarfs für einen vorgesehenen Verwendungszweck bestimmen. Hohe Qualität eines Erzeugnisses (gemessen am Weltstand) ist Zielstellung der sozialistischen Produktion, ist Intensivierungsfaktor und Kriterium der Effektivität. Die Durchsetzung volkswirtschaftlicher Erfordernisse zur Sicherung einer hohen Qualität wird durch die staatliche Qualitätskontrolle (Gütezeichenerteilung) sowie durch komplexe Maßnahmen der betrieblichen Qualitätssicherung und Standardisierung stimuliert.

Qualitätsfaktor: Strahlenschutz dimensionsloser, von Strahlungsart und -energie abhängiger Faktor Q, der die unterschiedliche biologische Wirkung gleicher Energiedosen D unterschiedlicher Strahlungsarten berücksichtigt. Die für die biologische Strahlenwirkung bestimmende Äquivalentdosis ist H = QD. Die Qualitätsfaktor werden unter Berücksichtigung strahlenbiologischer Erkenntnisse durch Übereinkunft festgelegt; zum Beispiel ist Q = 1 für Röntgenstrahlung, 3 für thermische Neutronen und 20 für schwere Ionen.

Qualitätsstahl: unlegierter oder legierter Stahl, der für eine meist nachfolgende Wärmebehandlung bestimmt ist und nach der chemischen Zusammensetzung bezeichnet wird. Qualitätsstahl ist im Vergleich zu Edelstahl mit geringen Mengen an Phosphor und Schwefel verunreinigt. Siehe auch Massenstahl.

Qualitätsvereinbarung: Vertragsabrede über Gebrauchseigenschaften des Leistungsgegenstandes. Zur Qualitätsvereinbarung in Wirtschaftsverträgen gehören neben den staatlichen Gütevorschriften, die auch ohne Vereinbarung Vertragsinhalt sind, zum Beispiel Sicherheits- und Arbeitsschutzvorschriften, Gütezeichen und Qualitätsstufen.

Qualität und Quantität: dialektisch miteinander verknüpfte Charakteristika aller Dinge und Prozesse der objektiven Realität und ihrer Erkenntnis. Die Qualität eines Objektes ist die Gesamtheit seiner wesentlichen Eigenschaften, seine Spezifik; sie macht es unterscheidbar von anderen Objekten. Die Quantität ist die messbare Bestimmtheit der Objekte, wie Menge, Anzahl, Größe, Ausdehnung, Dauer, Intensität. Die dialektische Einheit von Qualität und Quantität zeigt sich besonders im Gesetz des Umschlagens quantitativer Veränderungen in qualitative, einem der allgemeinen Struktur-, Bewegungs- und Entwicklungsgesetze der Natur, der Gesellschaft und des Denkens. Es besteht darin, dass quantitative Veränderungen innerhalb eines bestimmten Bereiches den Bestand der Qualität nicht berühren, aber beim Überschreiten seiner Grenze, dem Maß, das dieser Qualität eigen ist, zum Umschlag in eine neue Qualität führen. Die neue Qualität bringt umgekehrt veränderte quantitative Charakteristika der Dinge und Prozesse mit sich, zum Beispiel die Intensivierung bestimmter Prozessabläufe. Dieser Qualitätsumschlag äußert sich oft im Abbrechen der Allmählichkeit, das heißt einer relativ langsamen, evolutionären quantitativen Veränderung und ihrer Ersetzung durch eine relativ schnelle, radikale Veränderung. Das Revolutionäre in ihm ist das Entstehen der neuen Qualität. Durch den qualitativen Sprung wird die bisherige Einheit von Qualität und Quantität gesprengt, und es entsteht eine neue. Im Zusammenwirken mit anderen Entwicklungsgesetzen, insbesondere mit dem Gesetz der Einheit und des «Kampfes» der Gegensätze und der Negation der Negation, führt das Gesetz des Umschlagens quantitativer Veränderungen in qualitative zum Entstehen höherer Qualitäten aus niederen. So ist zum Beispiel die Arbeiterklasse im Kapitalismus qualitativ bestimmt als ausgebeutete und unterdrückte Klasse, die sich im Klassenkampf mit der Bourgeoisie entwickelt, organisiert, ihrer Lage und Aufgabe bewusst wird. Ihre wesentlichen Eigenschaften verändern sich zunächst nur quantitativ; mit Erreichen eines bestimmten Maßes der Entwicklung nimmt die Arbeiterklasse durch die proletarische Revolution eine neue, höhere Qualität an, wird herrschende Klasse im Sozialismus. Die materialistische Dialektik orientiert auf die Erkenntnis der Einheit von Qualität und Quantität, weil nur unter dieser Voraussetzung eine richtige Widerspiegelung und zielgerichtete, den objektiven Bewegungs- und Entwicklungsgesetzen entsprechende, praktische Einwirkung auf das Objekt möglich ist. Metaphysisches Denken überschätzt und isoliert in der Regel entweder die quantitative, evolutionäre Seite der Objekte (zum Beispiel der Sozialreformismus) oder ihre qualitative, revolutionäre Seite (zum Beispiel der Radikalismus).

Qualle, (zu «quellen») Meduse: frei schwimmende, glockenförmige Geschlechtsform der Nesseltiere, deren von Fangarmen umgebene Mundöffnung in der Mitte der Unterseite liegt; steht im Generationswechsel mit dem Polypen. In der Nord- und Ostsee ist die Ohrenqualle (Aurelia aurita) verbreitet.

Qualtinger, Helmut, 8.10.1928-29.9.1986, österreichischer Kabarettist, Schauspieler und Autor; verfasste (zusammen mit Carl Merz) und spielte viele Kabarettnummern, deren Satire sich gegen den österreichischen Kleinbürger richtet («Der Herr Karl»); wurde auch als Schauspieler (vor allem mit Nestroy-Rollen) an den Theatern in Wien, Salzburg, München und Westberlin und durch Filmrollen bekannt.

Quant: (lateinisch) a) kleinste Einheit physikalischer Größen, die nach der Quantentheorie nur in ganzzahligen Vielfachen dieser elementaren Einheit auftreten, zum Beispiel Energiequant, Wirkungsquantum (Planck-Konstante), Flussquant (Flussquantisierung);

b) Bezeichnung für Elementarteilchen, die als die einem Feld zugeordneten Teilchen (Feldquant) betrachtet werden, zum Beispiel Photonen (siehe auch Wechselwirkung).

Quantenausbeute: Verhältnis der Zahlen erzeugter und erzeugender Quanten beziehungsweise Teilchen (Photonen oder Elektronen) bei der Lumineszenz, der Sekundäremission, beim lichtelektrischen Effekt, bei fotochemischen Reaktionen unter anderem; hängt stark von der Energie der erzeugenden Quanten ab.

Quantenbiologie: Teilgebiet der Biophysik; untersucht biologische Erscheinungen (zum Beispiel Mutationen, Strahlenwirkungen, Fotosynthese) mit quantenphysikalischen Mitteln.

Quantenelektronik: Physik und Technik der Laser, Maser und ähnliche Bauelemente.

Quantenfeldtheorie: relativistische Theorie quantisierter Wellenfelder, die eine theoretische Behandlung der Wechselwirkungen von Elementarteilchen, insbesondere deren Erzeugung und Vernichtung, ermöglicht; hierzu werden die Feldgrößen als Operatoren aufgefasst, die bestimmten Vertauschungsregeln genügen (2. oder Feldquantisierung). Bekannteste Quantenfeldtheorie ist die Quantenelektrodynamik, die die elektromagnetische Wechselwirkung von Elementarteilchen beschreibt. Die Vereinheitlichung der elektromagnetischen und der schwachen Wechselwirkung erfolgte durch die Quanten-Flavour-Dynamik oder Glashow-Salam-Weinberg-Theorie der elektroschwachen Wechselwirkung. Vielversprechender Ansatz einer Quantenfeldtheorie der starken Wechselwirkung ist die Quantenchromodynamik. Die einheitliche Beschreibung der genannten Quantenfeldtheorie durch eine umfassendere Quantenfeldtheorie (Große Einheitliche Theorie) erscheint naheliegend. Die Quantenfeldtheorie ist noch mit Unzulänglichkeiten behaftet; so ergeben sich für beobachtbare Größen, zum Beispiel Ladung und Masse in der Quantenelektrodynamik, unendliche Ausdrücke (Divergenzen), die durch Renomierung, eine in allen Eichfeldtheorien eindeutige mathematische Prozedur, den beobachtbaren Größen angepasst werden. Es besteht jedoch die Hoffnung, dass eine Eichfeldtheorie der Supersymmetrie als Vereinheitlichung aller Wechselwirkungen einschließlich Gravitation geschaffen werden kann, die frei von Divergenzen ist.

Quantenflüssigkeit: physikalisches System, das sich, weil die Wechselwirkung der Atome bei tiefen Temperaturen schwach ist und auf Grund von Quanteneffekten, in der Nähe des absoluten Nullpunktes im flüssigen Zustand befindet. Quantenflüssigkeit sind die Heliumisotope He 3 und He 4.

Quanteninterferometer, SQID, auch SQUID (Abkürzung für superconducting quantum interference device, englisch, «supraleitendes Quanteninterferometer»): auf einem Josephson-Effekt beruhendes hochempfindliches Magnetometer, mit dem der magnetische Fluss bis auf die Größenordnung eines Flussquants sowie damit gekoppelte magnetische und elektrische Größen um den Faktor 100 präziser als mit herkömmlichen Geräten gemessen werden können. Siehe auch Flussquantisierung.

Quantenmechanik: nichtrelativistische Theorie der Bewegung von Mikrosystemen, wie Elementarteilchen, Atomen und Molekülen, und deren Wechselwirkung in Gasen, Flüssigkeiten und Festkörpern. Die Quantenmechanik entsteht aus der klassischen Mechanik durch Quantisierung: den klassischen physikalischen Größen A, wie Ort, Impuls und Energie, werden hermitesche Operatoren A zugeordnet und die Zustände des Systems als normierte Vektoren y> des entsprechenden Zustands- oder Hilbert-Raumes repräsentiert. Die Wirkung zweier Operatoren auf die Zustandsvektoren ist im Allgemeinen nicht vertauschbar (Vertauschungsregel), was sich im Heisenbergschen Unbestimmtheitsprinzip widerspiegelt. Den Messwerten einer physikalischen Größe A im Zustand y> wird das Skalarprodukt zugeordnet und als Erwartungswert von A interpretiert. Diese abstrakte Quantenmechanik hat verschiedene, mathematisch äquivalente Realisierungen: die Matrizenmechanik (W. Heisenberg, M. Born, P. Jordan; 1925) beziehungsweise die Wellenmechanik (E. Schrödinger, 1926), in denen physikalische Größen als zeitabhängige (verallgemeinerte) Matrizen beziehungsweise Differentialoperatoren und die Zustände als zeitunabhängige Vektoren (mit unendlich vielen Komponenten) beziehungsweise als zeitabhängige Wellenfunktionen dargestellt werden. Die Dynamik spezieller physikalischer Systeme ist durch den Hamilton-Operator f) festgelegt und durch die zeitliche Entwicklung der Matrizen (Heisenbergsche Bewegungsgleichung) beziehungsweise der Wellenfunktionen (Schrödinger-Gleichung) bestimmt; Planck-Konstante.

Quantentheorie: physikalische Theorie, die im Unterschied zur klassischen Physik die diskontinuierliche (quantenhafte) Natur physikalischer Größen berücksichtigt, was wesentlich in der Planck-Konstante und den Quantenzahlen zum Ausdruck kommt; ebenso trägt sie dem Dualismus der Materie Rechnung. Man unterscheidet nichtrelativistische Quantentheorie wie Quantenmechanik und -statistik, und relativistische Quantentheorie wie Quantenfeldtheorie. Die Quantentheorie erklärt viele von den klassischen Vorstellungen abweichende Eigenschaften von Mikrosystemen (Moleküle, Atome, Elementarteilchen), aber auch makroskopische Eigenschaften, wie elektrische Leitfähigkeit, Magnetismus und spezifische Wärmekapazität Charakteristisch für die Quantentheorie ist, dass sie im Allgemeinen nur Wahrscheinlichkeitsaussagen machen kann (siehe auch Heisenbergsches Unbestimmtheitsprinzip). Die Quantentheorie wurde 1900 von M. Planck bei der Ableitung des nach ihm benannten Strahlungsgesetzes begründet und von A Einstein (Lichtquantenhypothese), N. Bohr, A. Sommerfeld (Atommodell) weiterentwickelt sowie von W. Heisenberg, M. Born, P. Jordan, E. Schrödinger, P. Dirac unter anderem zur Quantenmechanik ausgebaut.

Quantenzahl: ganze (n) oder halbe (n + %) Zahl, die den Zustand eines Quantensystems charakterisiert; entspricht den diskreten physikalischen Größen. Bei Atomen wird der Zustand eines Elektrons im elektrischen Feld des Kerns durch 4 Quantenzahlen eindeutig bestimmt: die Hauptquantenzahl n, die zum Beispiel beim Wasserstoffatom die Energieniveaus bereits eindeutig festlegt, die azimutale (orbitale, Neben- oder Drehimpuls-) Quantenzahl Z, die den Betrag des Bahndrehimpulses angibt, die magnetische (Orientierungs-) Quantenzahl mi (oft m), die die Einstellung des Bahndrehimpulses des Elektrons bezüglich einer zum Beispiel durch ein Magnetfeld ausgezeichneten Richtung (z-Richtung) angibt, und die innere oder Spin-Quantenzahl m, (häufig s), die die Spineinstellung bezüglich der z-Richtung festlegt. Bei Elementarteilchen werden als innere Quantenzahl bezeichnet: Spin J, Isospin I und dessen z-Komponente /, oder I3, elektrische Ladung Q Baryonenzahl A, Leptonenzahl L, Hyperladung Y, Strangeness S, Charm C, Beauty (oder Bottom) B und Truth (oder Top) sowie innere Paritäten P, Cn und G; im Allgemeinen gilt für sie bei Elementarprozessen ein Erhaltungssatz, der jedoch für bestimmte Wechselwirkungen verletzt sein kann, zum Beispiel für die innere Parität.

Quantifizierung: Logik spezielle Art der Ausdrucksbildung der Prädikatenlogik; sie erfolgt durch Voransetzen eines Quantors vor einen Ausdruck und Angabe der Variablen, auf die sich dieser Quantor bezieht; zum Beispiel Generalisierung.

Quantisierung:

1. Elektronik, Nachrichtentechnik: Zerlegung eines stetigen Signal- oder Wertebereichs in endlich viele (meist gleichgroße) Stufen (Quantisierungseinheit) zur Informationsübertragung (Nachrichten, Messwerte) und zur Informationsverarbeitung (Digitalrechner, Ziffernanzeige). Siehe auch digitale Technik.

2. Physik: Quantenmechanik, Quantenfeldtheorie.

Quantität: 1. allgemein messbare äußere Bestimmtheit der Dinge und Erscheinungen (Menge, Größe, Intensität unter anderem).

2. Philosophie: Qualität und Quantität

3. Phonetik: Kürze beziehungsweise Länge eines Lautes oder einer Silbe.

quantitative Linguistik, statistische Linguistik: Teilgebiet der Sprachwissenschaft; strebt unter Verwendung von Methoden der mathematischen Statistik eine quantitative Charakteristik der sprachlichen Erscheinungen an; Arbeitsgebiete sind unter anderem Aufstellung von Wortschatzminima für den Fremdsprachenunterricht, Lösung von Autorschaftsproblemen, Aufdeckung von Stilcharakteristika und Sprachverwandtschaft.

Quantité négligeable: (französisch, «entbehrliche Größe») Belanglosigkeit, geringfügige Tatsache, die keine Berücksichtigung verdient.

Quantor: spezifisch prädikat-logischen Ausdrucksmittel, das sich stets auf Variable bezieht und zur Verringerung der Stellenzahl von Aussageformen beziehungsweise Prädikaten fuhrt; zum Beispiel «für alle ...», «es gibt ein ...», «es gibt unendlich viele ...», «es gibt ebenso viele ... wie ...».

Quantz, Johann Joachim, 30.1.1697-12.7.1773, Flötenvirtuose und Komponist; wirkte am Hofe Friedrichs H.; schrieb unter anderem etwa 300 Flötenkonzerte und 200 -sonaten sowie das wichtige Lehrbuch «Versuch einer Anweisung, die Flöte traversiere zu spielen» (1752).

Quappe, Lota Iota: zu den Dorschartigen gehörender, bis 1 m langer süßwasserbewohnender nachtaktiver Grundfisch der Nordhalbkugel; frisst Insekten und Fische.

Quarantäne: (französisch, eigentlich «vierzigtägig») Absonderung (Isolierung) von Personen, durch die eine Weiterverbreitung von übertragbaren Krankheiten zu befürchten ist.

Quarantäneschädlinge: Pflanzenschädlinge, die aus ihren Herkunftsländern durch Handel und Verkehr (zum Beispiel mit lebenden Pflanzen oder Saatgut) in Gebiete verschleppt werden können, in denen sie bisher nicht aufgetreten sind. Um ihre Einbürgerung zu vermeiden, ist jedes Vorkommen von Quarantäneschädlingen meldepflichtig. Siehe auch Pflanzenquarantäne.

Quarenghi, Giacomo, 20. oder 21. 9. 1744-2. 3.1817, russischer Architekt italienischer Herkunft; seit 1780 in Russland tätig, schuf dort als Hauptvertreter des frühen Klassizismus erste selbständige Werke: verschiedene Bauten in Petrodworez und Puschkin; Eremitage Theater (1783/94), Akademie der Wissenschaften (1783/89) und Smolny Institut (1806/08) in Petersburg.

Quark: durch Zugabe von Säure und beziehungsweise oder Labenzym zur Milch gewonnener Käsestoff (Kasein). Nach dem eingesetzten Dicklegungsmittel unterscheidet man Sauermilchquark und Labquark (ohne Säurezusatz). Quark wird entweder für den Frischverzehr hergestellt oder (meist) zu Käse (Mager- und Halbfettkäse) weiterverarbeitet.

Quarkonium: gebundener Zustand aus Quarks und Antiquarks analog dem Positronium; zum Beispiel ist Charmonium ein Quarkonium System aus Charm- und Anti-Charm-Quark.

Quarks: (Kunstwort, englisch) nur in Hadronen gebunden auftretende stabile Elementarteilchen mit Ruhmasse +0 und Spin J = %, deren elektrische, baryonische und Hyperladung gebrochene (drittelzahlige) Werte annehmen; die Quarks tragen außerdem je eine Flavour-Quantenzahl (Flavour-Ladung), das sind Isospin / = % mit dessen z-Komponente +1 («aufwärts», englisch up: u-Quark) beziehungsweise /3 = -¡1 («abwärts», englisch down: d-Quark), Strangeness S=— 1 (s-Qvark), Charm C= 1 (c-Quark), Beauty oder Bottom B = 1 (b-Quark) und Truth oder Top T= 1 (t-Quark, hypothetisch); und schließlich sollen diese 6 Quarks (und deren Antiteilchen) noch in 3 verschiedenen unbeobachtbaren «Farben» (Färb- beziehungsweise Colourladung oder -quantenzahl) auftreten. Nach dem Quark-Parton-Modell der Hadronen sind alle Baryonen als gebundene Zustände (qqq) von 3 Quarks und alle Mesonen als gebundene Zustände (qq) von Quarks und Antiquarks aufgebaut, zum Beispiel das Proton p = (uud) und das Pion n = (dü). Die Quantenzahl Charm C wurde zunächst eingeführt, um die elektroschwache Eichfeldtheorie auch auf die Quarks anwenden zu können, und 1974 mit der Entdeckung der J/tp-Teilchen experimentell nachgewiesen; J- oder Psi-Teilchen sind ein cc-Zustand (Charmonium). entsprechend wurde Beauty (Bottom) B eingeführt, um die 1978_entdeckte Upsylon-Resonanz als Bottomonium (bb) zu erklären. Inzwischen wurden auch Mesonen mit freiem Charm C = 1 nachgewiesen. Die Einführung der Quarks ermöglichte die Entwicklung von Quantenflavour- und Quantenchromodynamik (Quantenfeldtheorie, Eichfeldtheorien).

Quartär: jüngstes System des Känozoikums mit den Abteilungen Pleistozän (früher Diluvium) und Holozän (früher Alluvium). Im Pleistozän ausgedehnte Vereisungen auf der nördlichen Halbkugel, unterbrochen durch Warmzeiten mit reichem Pflanzenwuchs und vielfältigem Tierleben; erstes Auftreten des Menschen belegt durch Skelettreste. Die abschmelzenden Gletscher schufen charakteristische Landschaftsformen, wie Moränen, Sander und Urstromtäler. Im Holozän nahm das Erdbild das heutige Aussehen an.

Quartett: 1. Komposition für 4 Singstimmen (Vokal-Quartett) oder 4 Instrumente (Streich-, Klavier-, Bläser-Quartett), auch Gruppe der Ausführenden.

2. Kartenspiel für Kinder mit Bildkarten, von denen jeweils 4 Stück eine zusammengehörende Gruppe (Quartett) bilden.

Quartsextakkord: die 2. Umkehrung eines Dreiklangs mit dessen Quinte im Bass.

Quarz: Mineral, Siliziumdioxid; Kristallsystem trigonal. Härte 7, Dichte 2,65 g/cm3, muscheliger Bruch, gut ausgebildete Kristalle oder dichte Aggregate; Farbvarietäten: Bergkristall, farblos, durchsichtig; Milchquarz, weiß, durchscheinend; Citrin, gelb; Amethyst, violett; Rosenquarz, rosa; Rauchquarz, braun; Motion, schwarz; Prasem, grün; kryptokristallin ist Chalcedon (Chalzedon) mit den Farbvarietäten Karneol, rot; Moosachat, grün; Achat, rot, auch andere Farben in Bänderung; Onyx, schwarz-weiß; Plasma, grün; Heliotrop (Blutjaspis), grün mit roten Flecken; Chrysopras, hellgrün; Feuerstein (Flint), grau; Jaspis, rotbraun. Nach der Lage bestimmter Kristallflächen unterscheidet man Rechts- und Linksquarz; oft verzwillingt nach verschiedenen kristallographischen Gesetzen (Schweizer Zwilling, Brasilianer Zwilling, Japaner Zwilling). Bei Temperaturen über 573 °C geht Quarz (auch Tiefquarz genannt) in hexagonalen Hochquarz über. Quarz kommt weltweit vor und findet sich in allen Bildungsbereichen; Gemengteile saurer Tiefen- und Ergussgesteine, pegmatitisch, pneumatolytisch, hydrothermal auf Erzgängen und Klüften, sedimentär (Sande, Kiese), metamorph (Quarzite). Verschiedene Varietäten werden als Schmucksteine verwendet; technische Verwendung in der optischen Industrie, im Rundfunk- und Messwesen, zu UV-durchlässigen Spezialgläsern. Quarz ist das in der Erdkruste am meisten verbreitete Mineral.

Quarzglas: frühere Bezeichnung für Kieselglas.

Quarzit: metamorphes Gestein oder Sedimentgestein, das aus Quarzkörnern und einem kieseligen Bindemittel besteht; dient zur Herstellung von Ferrosilizium und Silikasteinen, wird auch als Schottermaterial verwendet

Quarz Marinechronometer: unabhängiges Zeitnormal für Schifffahrt, Industrie und Wissenschaft. Das Quarz Marinechronometer ist wie das mechanische Chronometer in einem schützenden Gehäuse untergebracht, der Elektronikteil ist auf einer leicht austauschbaren Leiterplatte angeordnet. Der Quarzoszillator hat die Nennfrequenz 32 768 Hz. Das Ablesen der sekundengenauen Zeit erfolgt auf dem analogen Zifferblatt. Der anhaltbare Sekundenzeiger wird im 0,5-s Rhythmus vom Schrittmotor gesteuert. Die Gangabweichung liegt bei konstanter Temperatur von +20 °C bei ±0,01 s/d (1,16 • IO'7).

Quarzporphyr: älteres, vorwiegend variszische Ergussgestein granitischer Gesteinsschmelzen mit porphyrischen Gefüge, dessen Grundmasse aus einem feinkörnigen Gemenge von Quarz, Feldspat und Glimmer besteht; reich an Einsprenglingen dieser Minerale. Quarzporphyr werden zum Beispiel als Kleinpflaster, Sockelsteine oder Schotter verwendet Jüngere Quarzporphyr werden als Rhyolithe bezeichnet

Quarzuhr: elektronische Einzeluhr mit einem Schwingquarz als zeitbestimmendem Glied. Digitale Quarzuhren besteht aus Oszillator, Teiler, Verstärker, Impulsformer, Anzeigeteil mit Wandler und Stromversorgungsteil. Durch elektrische Schwingungen der elektronischen Schaltung angeregt, übt der Quarz seine Funktion als hochpräzises Frequenzstabilisierungselement aus, das auf den elektrischen Schwingkreis zurückkoppelt. Die Gangabweichung einer Quarzuhr beträgt je nach Größe und Güte ±5 bis 0,00001 s/d. Unterschieden werden Präzisionsquarzuhr für Zeitdienstinstitute, transportable Quarzuhr für wissenschaftliche und industrielle Aufgaben oder zur Steuerung von Uhrenanlagen, netzunabhängige Quarzuhr für Wohn- und Betriebsräume, als Quarzwecker, Quarzmarinechronometer und als Armbanduhr.

Quarzwecker: von einem Schwingquarz (222 Hz) und einem Schaltkreis gesteuerte netzunabhängige Quarzuhr. Bei der herkömmlichen Bauart übernimmt nach der Frequenzteilung auf 1 Hz der Schrittmotor den Antrieb des Räderwerks. Die Leiterplatte enthält die elektronischen Bauelemente und den Summer mit der Tonfrequenz von 210Hz. Eine kleinere Quarzweckervariante zeigt über ein LCD-Display die Zeit digital an. Dieser Quarzwecker arbeitet vollelektronisch, das heißt der CMOS-Schaltkreis steuert alle Uhrenfunktionen ohne Räder.

Quasar, Kurzwort für quasistellare Radioquelle: Radioquelle, die auf Himmelsaufnahmen wie ein Stern aussieht, während die Spektrallinien eine Rotverschiebung aufweisen, die mit der der entferntesten Galaxien vergleichbar ist. Quasar sind Galaxien mit einem ungewöhnlich hellen Kern, dessen Helligkeit außerdem veränderlich ist. Ihre Leuchtkraft ist 100mal größer als die der hellsten normalen Sternsysteme. Unter den Quasar befinden sich die entferntesten bekannten Himmelskörper.

Quasimodo, Salvatore, 20.8.1901-14.6.1968, italienischer Lyriker; Thema seiner Dichtung ist das Erlebnis seiner Heimat Sizilien; überwand im antifaschistischen Widerstandskampf Pessimismus und Formalismus seiner im Banne des Hermetismus stehenden Jugenddichtungen und wandte sich einer humanistischen und parteilichen Poesie zu («Das Leben ist kein Traum», 1949, deutsch; «Das unvergleichliche Land», 1958).

quasimonochromatisch: Eigenschaft einer Lichtwelle, nur ein schmales Frequenzband zu enthalten. Licht von Spektrallinien ist im Allgemeinen quasimonochromatisch

quasistationär: zeitlich langsam veränderlich; bei quasistationären physikalischen Prozessen sind die zeitlichen Änderungen so gering, dass sie in 1. Näherung vernachlässigbar sind. Siehe auch stationär.

Quasiteilchen: für Vielteilchensysteme definierte Elementaranregungen, die als freie Teilchen behandelt werden können, da ein wesentlicher Teil der Wechselwirkung des Systems in ihre Definition eingeht Beispiele für Quasiteilchen sind Leitungselektronen, Phononen, Exzitonen, Cooper-Paare, Magnonen.

Quastenflosser, Crossopterygii: im Devon weltweit verbreitete Ordnung der Knochenfische mit paarigen, quastenförmigen Brust- und Bauchflossen an muskulösen, schuppenbedeckten Achsen; erst 1938 wurden einzelne Exemplare von Latimeria vor der südostafrikanischen Küste wiederentdeckt.

Quastenstachler: mit den Stachelschweinen verwandte, bis 45 cm lange Nagetiere mit Stachelquaste am etwa 20 cm langen Schwanz; bewohnen Wälder Afrikas und Südostasiens.

Quästor: im römischen Reich die unterste Stufe der Ämterlaufbahn, welche seit 421 vor Christus auch den Plebejern zugänglich war. Die Quästoren waren für den Staatsschatz verantwortlich; sie begleiteten die Konsuln in den Krieg.

Quästur: Staatskasse, Staatsarchiv im römischen Reich, Amt eines Quästors; frühere Bezeichnung für Kassenstelle einer Hochschule.

quaternär: aus vier verschiedenen Bestandteilen beziehungsweise Einheiten zusammengesetzt; zum Beispiel wird eine chemische Verbindung dann als quaternär bezeichnet, wenn sie aus vier Elementen gebildet wird.

Quaternionen: mathematische Objekte, die aus den komplexen Zahlen durch Erweiterung des Zahlenbereiches ähnlich wie die komplexen Zahlen aus den reellen Zahlen entstehen. Man kann sie durch Paare (a, 6) von komplexen Zahlen darstellen. Zwei Quaternionen (a, 6) und (d, V) werden komponentenweise addiert und nach der Regel multipliziert, wobei ä7, V zu a', V konjugiert komplex sind. Diese Multiplikation ist nicht kommutativ. Quaternionen bilden einen Ring, in dem die Division durch ein von 0 verschiedenes Element möglich ist.

Quattrocento: italienische Bezeichnung für das 15. Jahrhundert; in der Kunstgeschichte Stilbegriff für die italienische Frührenaissance, deren Meister auch Quattrocentisten genannt werden.

Quebec: 1. größte Provinz Kanadas, im Osten des Landes, zwischen Hudsonbucht und Sankt-Lorenz-Golf; 1540680 km2, 6,4 Millionen Einwohner (davon 82 % französischsprachig); 4 Einwohner/km2; Hauptstadt Quebec2. Meist glazial geprägtes Hügel- und Bergland (bis 1652 m) des Kanadischen Schildes, im Südosten fruchtbare und dichtbevölkerte Ebene am Sankt-Lorenz-Strom (unter 100 m über dem Meeresspiegel) und Appalachen Ausläufer (Mt. Jacques Cartier, 1269 m); im Norden subpolares Klima mit strengen Wintern, im Süden maritim gemildertes Kontinentalklima; Nadel- und Mischwald auf 50 % der Fläche, nach Norden in Tundra übergehend; energiereiche Flüsse (La Grande Rivière, Sankt-Lorenz-Strom), zahlreiche Seen. Wirtschaftlich zweitwichtigste Provinz Kanadas mit bedeutender Elektroenergiegewinnung (vorwiegend Hydroenergie (Kapazitätserweiterung durch die im Bau befindliche Kraftwerkskaskade an der James Bucht), aber auch Kernkraftwerk Trois Rivières) und entwickeltem Bergbau (Asbest mit 88 % der Produktion Kanadas), Förderung von Quarz, Eisen-, Kupfer-, Blei-, Zink-, Titan-, Silber- und Golderz als Grundlage einer bedeutenden verarbeitenden Industrie. Die Forstwirtschaft steht an zweiter Stelle nach Britisch-Kolumbien; Fischfang. Hauptzweige der vorwiegend im Sankt-Lorenz-Tiefland betriebenen Landwirtschaft sind die Milch- und Fleischviehzucht (Rinder, Schweine) sowie ein ertragreicher Ackerbau. Wirtschaftszentrum ist Montreal (englischsprachig), auf das sich das Verkehrsnetz orientiert; Sankt-Lorenz-Seeweg; Haupthäfen: Montreal, Port Cartier, zahlreiche Flughäfen; Nationalparks, Indianerreservate.

2. Hauptstadt von Quebec 1, an der Mündung des Saint Charles in den Sankt-Lorenz-Strom; 170000 Einwohner, als Metropolitan Area 580000 Einwohner; politisches und kulturelles Zentrum der Frankokanadier; Textil-, Tabak-, Schuh-, Holz-, Papier-, Werft-, chemische Industrie; Hafen, Flughafen; älteste, europäisch geprägte Stadt Kanadas mit historischen Stadtbild (Zitadelle); Regierungsviertel mit Parlament, französische Universität; Theater, Château Frontenac (Hotel).

Quebec Act, britisches Gesetz von 1774 über die Bildung einer Zivilregierung für Kanada und dessen Ausdehnung bis zum Ohio; verhinderte ein Übergreifen der Unabhängigkeitsbewegung von den nordamerikanischen Kolonien Großbritanniens auf Kanada.

Quebracho: (spanisch «Axtbrecher») Sammelbezeichnung für sehr harte südamerikanische Laubholzarten; Rohdichte 800 bis 1300 kg/m3; unter anderem verwendet für Eisenbahnschwellen sowie im Waggonbau; es enthält hochwertigen Gerbstoff.

Quecke, (althochdeutsch, «die lebendige (Pflanze)») Agropyron: Gattung ausdauernder, mit Weizen verwandter Gräser, die Gemeine Q (A. repens) mit raschwüchsigen horizontalen Erdsprossen ist ein schwer ausrottbares Ackerunkraut.

Quecksilber, (althochdeutsch quec, «lebendig») Hydrargyrum (lateinisch griechisch), Symbol Hg: chemisches Element der Kernladungszahl 80; Atommasse 200,59; Wertigkeiten +2, +1; F-38,9°C; Xp357°C; Dichte 13,53g/ cm3; Hauptmineral ist Cinnabarit (Zinnober) doch kommt Quecksilber auch gediegen vor. Quecksilber ist als einziges metallisches Element bei gewöhnlicher Temperatur flüssig. Es ist silberweiß, luftbeständig und verdampft allmählich; der Dampf ist äußerst giftig. Elektr. Entladungen in Quecksilberdampf fuhren zu sehr ultraviolettreicher Strahlung. Wegen seiner hohen Oberflächenspannung werden die meisten Materialien von Quecksilber nicht benetzt Quecksilber löst sich nur in oxydierenden Säuren (Königswasser, Salpeter-, heiße Schwefelsäure) zu Quecksilber(H)-salzen; mit vielen Metallen (ausgenommen unter anderem Eisen, Nickel und Platin) legiert es sich zu Amalgamen, mit Natrium zum Beispiel unter Feuererscheinung. Durch Einatmen von Quecksilberdampf und -staub, seltener nach Aufnahme über die Haut, sind akute oder chronischen Vergiftungen möglich. Erstere sind unter anderem durch schwere Entzündungen der Schleimhäute des Mundes und Magen-Darm-Kanals sowie Nierenschäden, letztere durch zunehmende nervale und psychische Störungen gekennzeichnet. Quecksilber wird technisch durch Rösten von Cinnabarit hergestellt und für Thermometer, Barometer und andere Messgeräte, für Quecksilberdampflampen, -gleichrichter und -pumpen, als Elektrodenmaterial bei der Alkalichloridelektrolyse sowie zur Herstellung von Amalgamen und Quecksilberverbindungen verwendet. Quecksilber ist seit der Antike bekannt; es wurde durch Verreiben seiner Verbindungen mit Essig in kupfernen Gefäßen und anschließende Destillation gewonnen.

Quecksilberdampf-Hochdrucklampe: zur Gruppe der Hochdruckentladungslampen gehörende Lampe. Die Lichterzeugung erfolgt mit einer Quecksilberdampfentladung bei einem Druck von 10sPa, die Entladung erfolgt in einem Quarzrohr. Zur Verbesserung der Farbwiedergabe werden Innenbeschichtungen mit Leuchtstoff am Außenkolben vorgenommen. Quecksilberdampf-Hochdrucklampe verlieren durch die anderen Hochdruckentladungslampen für die Allgemeinbeleuchtung an Bedeutung.

quecksilberorganische Verbindungen: chemische Verbindungen mit Quecksilber-Kohlenstoff-Bindung, zum Beispiel das farblose, flüssige, äußerst giftige Dimethylquecksilber, Hg(CH3)2; Kp 93 °C. Äthylquecksilberchlorid, und ähnliche Substanzen werden als Saatgutbeizmittel verwendet.

Quecksilberverbindungen: Substanzen mit chemisch gebundenem Quecksilber. Quecksilber(I)-verbindungen enthalten das Ion Hg +, dessen Atome gemäß +Hg-Hg+ homöopolar miteinander verknüpft sind; in den Quecksilber(II)-verbindungen betätigt das Ion Hg2+ mit dem Anion oft erhebliche homöopolare Bindungsanteile, so dass der salzartige Charakter zurücktritt. Aus den Lösungen von Quecksilberverbindungen lässt sich das Metall durch unedlere Metalle (zum Beispiel Kupfer) abscheiden. Alle löslichen Quecksilberverbindungen sind außerordentlich giftig, da eine feste Bindung mit den Schwefelatomen der Eiweißstoffe eintritt. Quecksilber(I)-chlorid (Kalomel), Hg2Cl2, ein schwerlösliches, weißes, beim Erhitzen sublimierendes Pulver, ergibt mit Ammoniak feinstverteiltes und darum schwarzes, elementares Quecksilber (griechisch kalos melas = schönes Schwarz). Anwendung für Kalomelelektroden. Quecksilber(II)-chlorid (Sublimat) ist ein äußerst giftiges, wasserlösliche Desinfektionsmittel. Quecksilber(Il)-jodid ist ein intensiv rotes, oberhalb 129 °C gelbes Pulver; F257 °C; Kp 354 °C; es wirkt desinfizierend und löst sich in Kaliumjodidlösung zu farblosem Kalium-Tetrajodomerkurat(II), K2(HgI4), das in speziellen Elektrizitätszählern verwendet wird. Quecksilber(II)-oxid, HgO, ist ein kristallines, rotes (in feinerer Verteilung gelbes) Pulver, das bei über 300 °C in Quecksilber und Sauerstoff zerfällt Quecksilber(II)-suIfid existiert in einer roten (Cinnabarit oder Zinnober) und einer schwarzen Modifikation. Quecksilber(II)-fulminat Knallquecksilber.

Quedlinburg: Kreisstadt im Bezirk Halle, im fruchtbaren nördlichen Harzvorland, an der Bode; 29000 Einwohner; Walzengießerei, Farben-, Pharmazeut., Schmuckwarenindustrie; Blumen-, Gemüse-, Samenzucht; Agraringenieurschule, medizinische Fachschule, Institute für Lehrerbildung und Züchtungsforschung; Stadttheater, Schloss-, Klopstockmuseum (im Geburtshaus von F. G. Klopstock); Fremdenverkehr. Mittelalterliches Stadtbild mit Teilen der Stadtbefestigung, dem Rathaus mit Renaissanceportal und Roland (14. Jahrhundert), Fachwerkbauten; auf einem Sandsteinfelsen Schloss (vorwiegend 16./18. Jahrhundert) mit Heimatmuseum, romanische Stiftskirche. 922 Erwähnung als Königshof; die 936 gestiftete Reichsabtei erhielt Münz- und Zollrecht und war im 10. und 11. Jahrhundert ein Zentrum der Reichspolitik. Im Schutz von Königshof und Reichsabtei entwickelten sich städtliche Siedlungen. 1813 kamen Stift und Stadt endgültig zu Preußen. Um die Mitte des 19. Jahrhundert erlangte die Samenzucht Weltruf.

Queensland: Bundesstaat Australiens im Nordosten des Erdteils; 1727200 km2, 2,49 Millionen Einwohner; 1,4 Einwohner/km2; Hauptstadt Brisbane. Die in Queensland niedriger und breiter werdende ostaustralische Kordillere trennt das Küstenland vom inneren Tiefland; vor der Nordostküste das Große Barriereriff. Tropisches Klima, feucht in Küstennähe, heiß und trocken im Innern; Küstenland mit tropischen Regenwald, im Gebirge lichte Eukalyptuswälder, im Innern Savanne, Grasland und Gestrüpp (Scrub). Agrarstaat mit umfangreichem Bergbau. Vielfältige Landwirtschaft mit Zuckerrohr-, Baumwoll-, Obst-, Südfrucht-, Tabak- und Kokospalmenplantagen an der Ostküste, im Gebirge Weizen-, Maisanbau sowie Rinder- und Schafzucht, letztere auch in den westlichen Ebenen (Wasserversorgung durch artesische Brunnen). Bergbau (reiche Vorkommen an Nichteisenmetallen, Eisen, Uran, Bauxit, Steinkohle, Erdöl und -gas, Ölschiefer) in Mount Isa, Mount Morgan, Roma, Weipa, Mary Kathleen und anderen Orten. Die Industrie ist auf die Verarbeitung landwirtschaftlicher und bergbauliche Produkte ausgerichtet. Hauptindustriezentren sind Brisbane und Gladstone. 1824 britische Sträflingsniederlassung, 1859 als Zivilkolonie mit Selbstverwaltung eingerichtet, seit 1901 Staat des Australischen Bundes.

Queich, Harry, 30.1.1858-17.9.1913, britischer Arbeiterführer; 1884 Mitbegründer der Sozialdemokratischen Föderation und 1911 der britischen sozialistischen Partei; verbreitete den Marxismus unter den britischen Arbeitern und unterstützte 1902/03 W. I. Lenin bei der Herausgabe der Iskra.

Quelimane: Stadt (Provinzzentrum) in Mozambique, in einer Flussmündungsbucht, 18 km vom Indischen Ozean, nordöstlich der Sambesi Mündung, 80000 Einwohner; Lebensmittel-, Baustoff-, Textil-, Schuhfabriken; Hochseehafen, Flughafen.

Quelle:

1. Hydrologie: örtlich begrenzter natürlicher, ständiger oder zeitweiliger Grundwasseraustritt an der Erdoberfläche; dem Wasserausfluss (Quellschüttung) entsprechend als perennierend (dauernd), episodisch (unregelmäßig) oder periodisch (in Abständen regelmäßig) bezeichnet. Stark schüttende Quelle (Riesenquelle) treten in trichter- oder schalenförmigen Quelltöpfen aus; mehrere längs einer ausstreichenden wasserführenden Schichtfläche (dicht beieinander) austretende Quelle bilden Quellbänder oder -linien. Unter Wasser austretende Quelle sind sogenannt Grundquelle. Nach den tektonischen Verhältnissen und der Art der Wasserbewegung sind zu unterscheiden: deszendente, das heißt absteigende oder Auslaufquelle (Talquelle, Schichtquelle, Überfallquelle) und aszendente Quelle in denen unter hydrostatischen Druck stehendes Wasser ständig oder zeitweilig an der Erdoberfläche austritt (artesische Quelle). entsprechend der Temperatur und den chemischen Eigenschaften des Quellwassers sind noch heiße Quelle (Thermen), kalte Quelle (Akratopegen) beziehungsweise Mineralquellen zu unterscheiden. Siehe auch Geysir.

2. Physik: Feld.

Quellenkunde: historische Hilfswissenschaft; Methodik zur Erschließung, Klassifizierung, kritische Analyse, Auswahl und Bewertung der historischen Quellen (in vergangenen Epochen entstandene gedankliche Abbilder und Gegenstände) für die Geschichtsforschung sowie zur Edition schriftlicher Quellen.

Queller, Salicornia: an Meeresküsten und Salzstellen des Binnenlandes weltweit verbreitete Gattung der Gänsefußgewächse. Der einjährige Gemeine Queller (S. europaea) ist blattlos, dickfleischig und stark verzweigt.

Quellinus, Artus der Ältere, 1609 (30.8. getauft) bis 23.8.1668, flämischer Bildhauer, seit 1639 als Hauptmeister der flämische Barockplastik in Antwerpen tätig, leitete die Ausführung des Skulpturenschmucks im Amsterdamer Rathaus (1650/64, jetzt königliches Schloss). Einer der zahlreichen Gehilfen war sein Vetter Artus d. J. (1625-1700), dessen Gewandfiguren sich durch eine illusionistische Oberflächenbehandlung auszeichnen.

Quellkuppe: pilzförmiger magmatischer Gesteinskörper, erdoberflächennah infolge Stauung zähflüssigen Magmas unter anderen Gesteinsfolgen gebildet

Quellmittel: Medizin Abführmittel, die durch Volumenreiz (Anregung der Darmperistaltik) wirken, zum Beispiel Leinsamen, Agar- oder Tragant-Schleim.

Quellpunkt: Punkt im physikalischen Raum, von dem eine Wirkung ausgeht; der Quellpunkt kann dabei eine Quelle im engeren Sinne oder eine Senke (Feld) sein. Siehe auch Aufpunkt.

Quellreliefdruckplatte: Originalbuchdruckplatte, deren Druckelemente durch Quellen der beim Kopieren ungehärtet gebliebenen Stellen der lichtempfindlichen Schicht entstehen.

Quellstärke: Dosimetrie (Differential-) Quotient aus der Anzahl der von einer Strahlungsquelle emittierten Teilchen oder Quanten und der Zeit; Maßeinheit 1/s.

Quellung: durch Aufnahme zum Teil erhebt. Mengen von Flüssigkeit oder Dampf bewirkte Volumenvergrößerung bestimmter makromolekularer Stoffe. Dabei zeigen vernetzte Makromoleküle (zum Beispiel vulkanisierter Kautschuk) eine nur begrenzte Quellung Die Quellung fadenförmiger Makromoleküle führt zunächst zu gallertartigen Massen (Gele), die schließlich in kolloide Lösungen (Sole) übergehen können (zum Beispiel Polystyrol in Benzol, Gelatine in Wasser). Die Entquellung von Gallerten durch Altera heißt Synärese.

Quell-Vliesstoff: Faserverbundstoff, der ganz oder teilweise aus quellfähigen Fasern besteht, die in Form von Faserschichten oder Krempelvliesen durch Einwirkung faserquellender Mittel und Wärme mit oder ohne Druck zum textilen Flächengebilde verfestigt werden.

Quena: indianische Kerbflöte inkaischer Herkunft mit 5 bis 7 Grifflöchern.

Queneau, Raymond, 21. 2. 1903 bis 25. 10. 1976, französischer Schriftsteller, wurde insbesondere bekannt durch sprachliche-typographische Experimente («Stilübungen», 1947, deutsch) und parodistische-spieler. Romane («Zazie in der Metro», 1959, deutsch).

Quengeln: Orthopädie Beseitigen von Gelenkfehlstellungen durch Dauereinwirkung von Minimalkräften mit Hilfe mechanischer Vorrichtungen.

Quental, Antero Tarquinio de, 18.4.1842 bis 11.9.1891, portugiesischer Dichter; versuchte mit den «Modernen Oden» (1865) als erster in Portugal, die Dichtung bewusst zur «Stimme der Revolution» zu erheben; wandte sich später enttäuscht spiritualistische Auffassungen zu.

Quäntchen, Quint, Quintel sämtliche (lateinisch, «Fünftel»): alte deutsche Masseeinheit; 1 Quäntchen = % Lot 3,667 g, gebietsweise auch bis 5,0 g.

Quercia, Jacopo della, um 1374-20.10.1438, italienischer Bildhauer, Hauptmeister der Sienesischen Frührenaissance; seine monumentale Figurenauffassung in den Reliefs am Portal von S. Petronio in Bologna (1425/38) sowie an der Fonte gaia in Siena (1409/19) beeinflusste Michelangelo.

Querdrücken: Hauptverfahren für rotierendes Druckumformen, das die Verfahren Abstreckdrücken, Querglattrollen und Gewinderollen umfasst.

Querelenpressen: Fügeverfahren zur Herstellung einer Pressverbindung. Die Fügefläche des Außenteils (Bohrung) wird mit kleinerem Maß hergestellt als die des Innenteils. Die Maße überdecken sich; die Teile kann man bei Raumtemperatur nicht zusammenstecken. Beim Eindehnen wird das Innenteil durch Unterkühlen mit Trockeneis, flüssiger Luft, flüssigem Stickstoff oder Sauerstoff verkleinert und ohne Kraftaufwand in das Außenteil gesteckt. Durch Erwärmung auf Umgebungstemperatur dehnt sich das Innenteil aus und presst sich radial an das Außenteil an. Beim (Auf-) Schrumpfen wird das Außenteil erwärmt und über das Innenteil geschoben. Durch Abkühlung schrumpft das Außenteil und presst sich an das Innenteil an. Die genannten Verfahren können auch kombiniert werden.

Querele: Klage, Beschwerde; Streit; Unpässlichkeit.

Querfeldeinrennen: Radrennen über maximal 24 km auf Straßen und im Gelände. Weltmeisterschaften (für Amateure) seit 1967.

Querfeldmaschine: rotierende elektrische (Gleichstrom-) Maschine mit 2 Bürstensätzen. Anwendung als Konstantstromgenerator (Zugbeleuchtung), Konstantstrom Umformer (Metadyne) und als Verstärkermaschine.

Querflöte, Flauto traverso: Holzblasinstrument, das sich vor 1700 in Frankreich aus der Querpfeife entwickelte, indem man die Röhre in Kopf-, Mittelstück und Fuß zerlegte. Anfang des 18. Jahrhundert gelang durch die verkehrt-konischer Bohrung der Querflöte ein Schritt zur Obertonbereicherung. War die Querflöte früher aus Buchsbaum, Ebenholz, Elfenbein oder Kristall, ist sie heute meist aus (Neu-) Silber, wird über ein seitliches Mundloch angeblasen und mittels eines Klappensystems (meist nach T. Boehm) abgegriffen. Die Querflöte, heute meist nur Flöte oder Konzertflöte genannt, steht meist im Sopran, seltener im Alt.

Querfurt: Kreisstadt im Bezirk Halle, im südlichen Harzvorland; 8500 Einwohner; Agrarzentrum; elektrotechnische Möbel-, Lebensmittelindustrie; Museum; große Burg (Bauwerke aus 7 Jahrhunderten), Stadtkirche (15. Jahrhundert), mittelalterliche Stadtbefestigung.

Querido, Israel, 1.10.1872-5.8.1932, niederländischer Schriftsteller, gestaltete in dem naturalistisch beeinflussten Romanzyklus «Der Jordan» (4 Teile, 1912/25) das Volksleben Amsterdams, später historische Themen (Romanzyklus «Die alte Welt», 1918/21); schrieb auch Essays.

Querkontraktion, Querkürzung: beim Zugversuch mit der Dehnung des Probestabes verbundene Maßänderung quer zur Belastungsrichtung. Das Verhältnis der relativen Querkontraktion (Maßänderung, dividiert durch ursprüngliches Maß) zur relativen Längenänderung eines auf Zug beanspruchten Probestabes ist die Poissonsche Konstante, zum Beispiel für Wolfram 0,17, Stahl 0,3, Gummi 0,5.

Querkraft: Differenz zwischen der Stützkraft am Auflager und der entgegenwirkenden Belastung. Sie ist ausschlaggebend zur Ermittlung der Scher- und Schubspannung. Die Querkraft wirkt stets rechtwinklig zur Stabachse. Siehe auch Moment.

Querlochziegel: frühere Bezeichnung für Hochlochziegel (Hohlziegel).

Querner, Curt, 7.4.1904-10.3.1976, Maler und Zeichner; 1926/30 Studium an der Kunstakademie Dresden, Mitglied der Asso; schilderte, angeregt vom Verismus seines Lehrers O. Dix, besonders eindringlich das karge Dasein erzgebirgischen Kleinbauern und schuf meisterhafte Proletarierbildnisse; nach 1945 dominieren ausgewogene Darstellungen der heimatlichen Landschaft (Aquarelle), Porträts sowie weibliche Akte.

Querpfeife: kleine Querflöte; in einem Stück gedrehtes, zylindrisch gebohrtes Blasinstrument aus Hartholz, besonders für das Zusammenspiel mit Trommeln in Spielmannszügen.

Querschlag: Bergbau vom Schacht (Haupt-Q) oder einer Abbaustrecke (Abteilungsquerschlag) aus quer zum Streichen der Lagerstätte im Nebengestein verlaufende Strecke.

Querschnittslähmung: Lähmung durch teilweise oder völlige Schädigung des Rückenmarks in einem oder mehreren untereinander gelegenen Abschnitten.

Querschnittswerte: Zahlengrößen, die in Festigkeitsberechnungen von Balken aus deren Querschnittsfläche sowie dem Trägheits- und Widerstandsmoment, unabhängig von der Belastung, abzuleiten sind.

Querschnittswissenschaften: Wissenschaften (zum Beispiel Kybernetik, Systemtheorie), deren Gegenstandsbereich Sachverhalte sind, die in mehreren Bewegungsformen der Materie gleichermaßen auftreten (zum Beispiel Prozesse der Informationsverarbeitung) und deren Methoden demzufolge einen übergreifenden Anwendungsbereich haben.

Querverband: Konstruktionsglied in Bauwerken zur Aussteifung quer zur Längsrichtung der Tragkonstruktion oder zur Aufnahme von Windkräften. Siehe auch Längsverband.

Querwalzen: im engeren Sinne Verfahren der Warmmassivumformung, vorzugsweise zur Herstellung wellenförmiger Zwischen- oder Endformen, bei dem das Werkstück im Walzspalt um seine Achse rotiert und durch radiales Eindringen keilförmiger Werkzeuge ohne axialen Vorschub seine ein- oder mehrfach rechtwinklig abgesetzte oder keglige Form erhält, wobei eine Durchmesserabnahme und Längenzunahme eintritt. Querwalzen erfolgt zwischen 2 gleichsinnig rotierenden oder gegenläufig geradlinig bewegten Werkzeugen.

Querzahnmolche, Ambystomatidae; Familie der Schwanzlurche mit glatter Haut, kräftigen Gliedmaßen und seitlich zusammengedrücktem Schwanz; die Gaumenzähne sind am Mundhöhlendach in Querreihen angeordnet; die Männchen bilden während der Paarungszeit keine Hautsäume oder Kämme aus. Querzahnmolche bewohnen Nordamerika von Südalaska bis Mexiko. Siehe auch Axolotl.

Quesnay, Francois, 4.6.1694-16.12.1774, klassischer französischer bürgerlicher Ökonom und Mediziner; begründete den Physiokratismus. Er verglich die Gesellschaft mit einem lebenden Organismus. Von dieser Betrachtungsweise aus gelang ihm mit der Entwicklung des Tableau économique (ökonomische Tafel) die erstmalige Gesamtdarstellung des gesellschaftlichen Reproduktionsprozesses (Kreislauf des gesellschaftlichen Gesamtkapitals), die bis dahin bedeutendste Leistung der politischen Ökonomie.

Quetta: Stadt (Provinzzentrum) im mittleren Westen von Pakistan, 1800 m über dem Meeresspiegel; 285000 Einwohner; Kleinindustrie; Handelszentrum und Verkehrsknoten; geophysikalisches Institut; bei Quetta Kohlebergbau.

Quetzal: 1. Währungseinheit in Guatemala; siehe auch Währung.

2. Quetzal, Quezal, Pharomachrus mocinno: grüner Waldvogel Mittelamerikas mit roter Unterseite; Männchen mit bandförmigen, etwa 60 cm langen Schwanzdeckfedern; Wappenvogel Guatemalas.

Quetzalcoatl, («grüne Federschlange») Windgott der Tolteken und Azteken; galt auch als Kulturbringer.

Quevedo y Villegas, Francisco Gómez de, 26.9.1580-8.9.1645, spanischer Schriftsteller; setzte sich in seinen Werken mit der verfallenden spanischen Gesellschaft seiner Zeit auseinander; erwies sich als Meister der Sprache, entwickelte einen durch scharfsinnigen Witz und Sarkasmus gekennzeichneten Stil, aber auch gekünstelte Wort- und Begriffsspiele (Schelmenroman «Der abenteuerliche Buscón», 1626, deutsch).

Quetzaltenango: Stadt (Departements Zentrum) im Südwesten von Guatemala, am Fuß des Vulkans Santa Maria, 2333m überm Meer; 66000 Einwohner; Kfz-, Textil-, Nahrungsmittelindustrie; Hochschulen.

Quezon, Manuel Luis, 19.9.1878 bis 1.8.1944, philippinischer Politiker, wurde nach Gewährung der Autonomie durch die USA (1934) erster Präsident (1935), 1942/44 Haupt der philippinischen Exilregierung in den USA.

Quidde, Ludwig, 23.3.1858-5.3.1941, Politiker und Historiker; veröffentlichte zahlreiche Pazifistische Publikationen; 1914/29 Vorsitzender der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG), 1924/30 des Deutschen Friedenskartells, 1932 des Deutschen Ausschusses für Abrüstungspropaganda; 1924 zeitweilig wegen Enthüllungen über die Schwarze Reichswehr verhaftet. Wegen starker antikommunistische Vorbehalte 1931 Austritt aus der DFG; 1933 Emigration in die Schweiz.

Quietismus: (lateinisch quies, «Ruhe») weitabgewandte Gemütsruhe; im engeren Sinne religiöse Richtung, die Gottesnähe in mystischer Versenkung sucht, äußerliche Kirchlichkeit, aber auch aktives Tätigsein ablehnt. Neues Chilenisches Lied.

QUIL-Gehäuse: (QUIL Kurzwort für quad in line, englisch, «vierfache Reihe») ein Gehäuse aus Plast u. ä. zur Verkappung integrierter Schaltkreise; die Anschlussfahnen sind in Doppelreihen an den beiden längeren Außenkanten nach unten zeigend angeordnet. QUIL-Gehäuse werden vorwiegend für hochintegrierte Schaltkreise der Mikroprozessortechnik benötigt, wobei mit geringster Flächenbelegung eine hohe Zahl von Anschlussverbindungen gewährleistet wird.

Quilmes: Stadtgemeinde im Osten von Groß-Buenos-Aires (Argentinien), am Rio de la Plata; 570000 Einwohner; bedeutender Industriestandort (besonders metallurgische, Erdöl-, Zellulose-, Leicht-, Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie); Flughafen.

Quilombo, Mocambo: Siedlungsgemeinde flüchtiger Sklaven in der portugiesischen Kolonialzeit Brasiliens (besonders im 17. Jahrhundert); Bedeutung erlangten die Quilombo von Palmares in Alagoas (1630/94).

Quinar: (lateinisch, «Fünfer») Quinarius (lateinisch): altrömische Silbermünze zu 5 As = % Denar.

Quincke, Heinrich Irenaeus, 26.8.1842 bis 19.5.1922, Internist; Professor in Bern, Kiel und Frankfurt am Main; beschrieb 1882 das nach ihm benannte Quinckesche Ödem (flüchtige Anschwellung einzelner Hautbezirke auf nervöser Grundlage), führte 1891 die von ihm erfundene Lumbalpunktion in die Hin. Praxis ein.

Quinn, Anthony, geboren 21.4.1915, US-amerikanischer Filmschauspieler mexikanischer Herkunft; verkörperte anfangs vor allem Indianer und Mexikaner («Viva Zapata!»), entwickelte sich zu einem vielseitigen Charakterdarsteller, spielte auch im westeuropäischem Film («La strada», «Der Glöckner von Notre Dame», «Alexis Sorbas», «Matsoukas, der Grieche», «Das Erbe der Ferramonti»).

Quintana, Manuel José, 11.4.1772 bis 11.3.1857, spanischer Lyriker und Schriftsteller; Gedichte zu Themen der Freiheit (Ode «Auf zur Bewaffnung der spanischen Provinzen») und des Fortschritts der Wissenschaften (Ode «Auf die Erfindung des Buchdrucks»).

Quinte: 5. Stufe der diatonischen Tonleiter; auch Intervall, zum Beispiel c-g.

Quintenzirkel: nur im temperierten Tonsystem sich «kreisförmig» schließende Reihe von 12 Quintenschritten, die alle Dur- und Molltonarten erfasst. Jeder Schritt führt zu einer Tonart mit einem oder mehr beziehungsweise weniger und endet mittels enharmonische Umdeutung in der jeweiligen Ausgangstonart, zum Beispiel Cis-Dur Des-Dur, as-Moll gis-Moll.

Quintessenz: bei Aristoteles der göttliche Äther als 5. Element neben den 4 irdischen Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde; übertragen das Wesen einer Sache, der Kern, das Beste.

Quintett: Komposition für 5 Singstimmen (Vokalquintett) oder für 5 Instrumente (Streich-, Klavier-, Bläserquintett)-, auch die Gruppe der Ausführenden.

Quintilian, Marcus Fabius Quintilianus, um 35-96, römischer Redner und Schriftsteller; erster staatlich besoldeter Lehrer der Rhetorik in Rom; seine «Unterweisung in der Redekunst» in 12 Büchern wirkte stark auf die Humanisten.

Quirinal: einer der 7 Hügel Roms mit dem Tempel des lokalen Kriegsgottes Quirinus.

Quirinus, altrömischer kriegerischer Gott; unter seinem Namen wurde später der zu den Göttern entrückte Romulus verehrt.

Quirlten: im alten Rom Bezeichnung für die Vollbürger.

Quirlholz: mehrjährige, verzweigte Fruchtspieße (Fruchtholz) an Obstbäumen.

Quiroga, Horacio, 31.12.1878-19.2.1937 (Selbsttötung), uruguayischer Novellist; gestaltete Gewalttätigkeit und Grausamkeit in der Natur sowie in den Beziehungen der Menschen untereinander («Erzählungen aus dem Urwald», 1918; «Aufruhr der Schlangen», 1921, deutsch); leistete einen wichtigen Beitrag zur lateinamerikanischen Literatur.

Quirós, Pedro Fernández de, um 1565 bis Herbst 1615, spanischer Seefahrer; begleitete 1595 A. Mendana de Neyra auf der Suche nach dem Südland, entdeckte 1605 Vanuatu (Neue-Hebriden).

Quisling, Vidkun, 18.7.1887-24.10.1945 (hingerichtet), norwegischer Politiker; 1933 Gründer der faschistischen Nasjonal Sämling, während der faschistischen deutschen Okkupation an der Spitze einer Marionettenregierung (1942/45). Sein Name wurde zum Synonym für Kollaborateur.

Quito: Hauptstadt von Ekuador, in einem Hochtalkessel der Anden, 2850 m überm Meer, am Fuß des Vulkans Pichincha (4783 m); 1,1 Millionen Einwohner; Handels- und Industriezentrum des Landes mit Textil-, Leder-, pharmazeutischer, Lebensmittel-, chemischer und metallverarbeitender Industrie; vielseitiges Kunsthandwerk; Anschluss an die Carretera Interamericana, Eisenbahnknoten, internationaler Flughafen. Quito ist die älteste Hauptstadt Südamerikas und kultureller Mittelpunkt mit großer Tradition; 2 Universitäten, mehrere Akademien, wissenschaftliche Institute, Nationalbibliothek, -museum; Stadtkern im spanischen Kolonialstil (57 Kirchen); erdbebengefährdet. 1534 von den Spaniern gegründet; seit 1830 Hauptstadt Ekuadors.

quitt: (französisch) ausgeglichen, wettgemacht; aller Verbindlichkeiten enthoben, frei.

Quitte, Cydonia oblonga: aus Vorderasien stammendes, seit der Antike kultiviertes Kernobstgewächs (Familie Rosengewächse) mit großen rosa Blüten und gelben apfel- (Apfelquitte) oder birnenförmigen (Birnenquitte) Früchten, aus denen unter anderem Gelee hergestellt wird.

Quittung: (französisch) schriftliche Empfangsbestätigung; muss auf Verlangen des Schuldners vom Gläubiger beim Empfang einer Geldleistung ausgestellt werden.

Quivive: (französisch) französischer Postenruf «Wer da?»; Warnruf, auf dem Quivive sein: auf der Hut sein.

Quiz: Frage- und-Antwort-Spiel, besonders in Rundfunk, Fernsehen und öffentlichen Veranstaltungen. Die Teilnehmer haben in Einzel- oder Gruppenwettbewerben an sie gerichtete Fragen präzis und schnell zu beantworten.

Qumran: Ruinenstätte am Nordwestende des Toten Meeres; sehr wahrscheinlich Hauptniederlassung der jüdischen Sekte der Essener (1. Jahrhundert vor Christus/l. Jahrhundert nach Christus). Die klosterartige Ansiedlung wurde 1951/56 ausgegraben und ist besonders bekannt geworden durch die Auffindung zahlreicher biblischer und außerbiblischer jüdischer Handschriften in Hebräisch und Aramäisch (zum Teil schon aus dem 2. Jahrhundert vor Christus), die vermutlich beim Herannahen der Römer, die 68 nach Christus Qumran zerstörten, in nahegelegenen Höhlen verborgen und dort seit 1947 entdeckt wurden. Sie vermitteln wesentliche Aufschlüsse zur Geschichte des Bibeltextes und des Urchristentums.

Quodlibet: (lateinisch, «was beliebt») humorvolle Aneinanderreihung oder (und) Überlagerung (bruchstückhafter) Melodien und Texte (zum Beispiel Bachs Hochzeitsquodlibet).

Quote: Teil im Verhältnis zu einem Ganzen, zu einer Gesamtzahl; Anteil; Teilbetrag; Beteiligungszahl.

Quotient:

1. Algebra: Ergebnis einer Division.

2. Mengenlehre: Äquivalenzrelation.

Quotienten Messinstrument: elektrisches Messinstrument, das den Quotienten zweier elektrischer Ströme anzeigt. Siehe auch Kreuzspulinstrument.

Quo vadis: (lateinisch) Wohin gehst du?

Qu Yuan, um 340-278 vor Christus (Selbsttötung), chinesischer Lyriker; einer der bedeutendsten und ältester bekannter Dichter Chinas, Meister der «Chu»-Dichtung; die 25 ihm zugeschriebenen Werke, die sich zum Teil eng an schamanistische Volksgesänge anlehnen, zeichnen sich durch eine reiche Vorstellungswelt, Leidenschaft und Liebe des Dichters zu seinem Land aus (Poem «Lisao» (Trennungsschmerz); «Jiu-chang» (Neun Lieder)).

Qyteti Stalin: Stadt in Albanien, an der Mündung des Devolli in den Semani; früher Kufova; 15000 Einwohner; Erdölförderung und -Verarbeitung; Erdöltechnikum; Pipeline zum Hafen Vlora. Politiker; 1952/60 Vorsitzender der österreichischen Volkspartei; 1953/61 Bundeskanzler; führend am Abschluss des österreichischen Staatsvertrages (1.9.55) beteiligt.