Internate in Deutschland

Rund 250 Internate gibt es in Deutschland. In ihnen leben und lernen etwa 50.000 Mädchen und Jungen. Gängigen Klischees zufolge handelt es sich bei diesen Kindern entweder um Schwererziehbare oder um reiche Sprösslinge, die sich das Abitur erkaufen. In Wahrheit ist die deutsche Internatslandschaft verwirrend vielfältig.

Internat ist nicht gleich Internat

Historisch gewachsen ist das Internatswesen in Deutschland vor allem in kirchlicher Trägerschaft. Noch heute stellen konfessionell gebundene Institutionen die Mehrheit der deutschen Internate. Daneben gibt es staatliche Einrichtungen und solche in freier Trägerschaft. Die pädagogischen Konzepte variieren zum Teil erheblich: Während mancherorts Leistung, Disziplin und Elitebildung nach englischem Vorbild im Vordergrund stehen, bezwecken andere Internate ein Lehrer-Schüler-Verhältnis auf Augenhöhe und freie Entfaltung der Schülerpersönlichkeit. Neben Internaten auf allgemeinem Leistungsniveau gibt es spezielle Internatsschulen für Hochbegabte genauso wie solche für Kinder mit Lernschwierigkeiten oder Handicap. Auch musische und sportliche Nachwuchsförderung findet traditionell an Spezialinternaten statt. Manchmal liegen die Gründe für den Internatsbesuch aber auch ganz profan darin, dass keine Schule in Wohnortnähe liegt oder die Arbeitsverhältnisse der Eltern eine ausreichende Betreuung zu Hause nicht gestatten.

Klassische Vollinternate sind selten

Vollinternate beherbergen und unterrichten Schüler. Sogenannte Schülerheime hingegen übernehmen nur die Unterbringung, verteilen ihre Zöglinge aber zum Unterrichtsbesuch auf auswärtige Lehranstalten. Zahlenmäßig dominiert in Deutschland die "Schule mit angeschlossenem Internat", an deren Unterricht interne und externe Schüler gemeinsam teilnehmen. Die internen Schüler sind häufig sogar in der Unterzahl. Reine Heimschulen, in denen Schüler von der Außenwelt abgeschlossen leben und lernen, bilden heutzutage nur noch die Ausnahme. Rechtlich wird in Deutschland zwischen "staatlich anerkannten Ersatzschulen" und "staatlich genehmigten Ersatzschulen" unterschieden. Erstere sind öffentlich-rechtlichen Schulen gleichgestellt und vergeben staatlich anerkannte Schulabschlüsse. An "staatlich genehmigten Ersatzschulen" müssen die Schüler am Ende ihrer Schullaufbahn eine "Schulfremdenprüfung" ablegen, um einen offiziellen Schulabschluss zu erhalten. Dafür sind diese privaten Internatsschulen nicht an staatliche Aufnahme- und Versetzungsregeln gebunden.



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